Flachdach begrünen in Solothurn: Vor- und Nachteile
- vor 22 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Ein Flachdach begrünen, das ist in Solothurn wie in der ganzen Schweiz ein grosses Thema, denn es bringt viele Vorteile.
Welche Vorteile eine Flachdachbegrünung hat und welche Nachteile damit verbunden sind, das erfahren Sie im folgenden Beitrag.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:
|
Wie funktioniert das Flachdach-Begrünen?
Der Bau eines Gründaches, wie man das Flachdach-Begrünen auch nennt, ist einschichtig oder mehrschichtig möglich. Wichtig ist unter anderem, dass die Statik vor der Flachdachbegrünung geprüft wird sowie die Geeignetheit der Dachunterkonstruktion und eine wurzelfeste Dachabdichtung vorhanden ist.
Bei einer einschichtigen Flachdachbegrünung sieht der Aufbau wie folgt aus:
Vegetation
Kombination aus Vegetationstragschicht (Substrat) und Dränschicht
Vlies/ Schutzlage
Dachabdichtung
Dachunterkonstruktion
Bei einer mehrschichtigen Flachdachbegrünung sieht der Aufbau geringfügig anders aus:
Vegetation
Vegetationstragschicht (Substrat)
Filterschicht
Dränschicht/ Wasserspeicherschicht
Vlies/ Schutzlage
Dachabdichtung
Dachunterkonstruktion
Ausserdem unterscheidet man die intensive und die extensive Flachdachbegrünung. Die sogenannte intensive Flachdachbegrünung kommt ebenerdigen Gärten am nächsten. Entsprechend muss auch das Flachdach mit einer wesentlich höheren Substrat-Schicht aufgebaut werden als bei einer extensiven Flachdachbegrünung. Man kann bei der Intensivbegrünung auch von einem Dachgarten sprechen.
Bei der extensiven Flachdachbegrünung geht es hingegen darum, eine Begrünung zu schaffen, die einer natürlichen und ungenutzten Fläche nahe kommt. Der Pflegeaufwand ist beim extensiven Flachdach-Begrünen zwar geringer, aber dennoch nicht zu unterschätzen. Tendenziell werden eher kleinere Pflanzen angepflanzt, weshalb die Substrat-Schicht auch nicht so hoch ausfallen muss.
Flachdach begrünen - Vorteile
Wer ein Flachdach begrünen will, der kann von einer Vielzahl von Vorteilen profitieren, die wir in den folgenden Abschnitten aufführen.
Regenwasser-Zurückhaltung (Schwammstadt)
Durch das Flachdach-Begrünen können circa 50 Prozent des Regenwassers zurückgehalten werden. Dies entlastet nicht nur die Kanalisation sowie Kläranlagen und bietet damit einen Überschwemmungsschutz (Schwammstadt), sondern es reduziert je nach Gemeinde auch die Abwassergebühren.
Verbesserung der Wärmedämmung
Wenn Sie das Flachdach begrünen, wird insbesondere durch das Substrat (zum Beispiel Erde) die Wärmedämmung des Daches verbessert. Dadurch können im Winter Heizkosten gespart werden. Aber auch im Sommer bietet die Flachdachbegrünung einen Wärmeschutz auf dem Dach, insbesondere gegen direkte Sonneneinstrahlung, was das Innenraumklima angenehmer macht.
Synergieeffekte mit Solaranlagen
Solaranlagen büssen mit zunehmender Wärme Leistung ein. Ein Flachdach begrünen zu lassen, bietet hier den Vorteil, dass sich das begrünte Dach im Sommer kaum über 35 °C erhitzt. Ein unbegrüntes Flachdach hingegen kann sich auf bis zu 80 °C aufheizen. Der Kühleffekt der Flachdachbegrünung sorgt also dafür, dass die Solaranlage einen höheren Stromertrag erzielt.
Ausserdem gibt es Auflastsysteme für Solaranlagen auf begrünten Flachdächern, bei denen das Pflanzensubstrat als Beschwerung dient. Auch Drainage und Wasserspeichersystem sind bereits in diesen Auflastsystemen integriert.
Allerdings muss man bei einer Flachdachbegrünung, die bei Solaranlagen eingesetzt wird, darauf achten, dass die Solarmodule nicht verschattet werden. Unter den Modulen darf die Wuchshöhe der Pflanzen nicht zu hoch sein, damit die Luftzirkulation gewährleistet bleibt. Ausserdem sollte man im Zusammenhang mit Solaranlagen hell- und silbriglaubige Pflanzen verwenden, da die Lichtreflexion von diesen Pflanzen zu einem höheren Stromertrag der Solarmodule führt.
Pflanzen als Luftfilter
Ein weiterer Vorteil von Pflanzen auf dem Dach: Diese fungieren als Luftfilter, um Feinstaub und Aerosole aufzufangen. Davon profitieren am meisten die direkt an das begrünte Flachdach angrenzenden Zimmer.
Verbesserung des Schallschutzes
Ein weiterer Vorteil vom Gründach: Die Erde und die Pflanzen auf einem begrünten Flachdach verbessern den Schallschutz mit einer Lärmreduktion von bis zu 50 Prozent.
Schutz des Daches
Dank der Begrünung wird auch das Flachdach selbst geschützt, was die Lebensdauer des Daches erhöht. Insbesondere schützt die Flachdachbegrünung vor starken Temperatur-Schwankungen und vor extremen Wetter-Ereignissen wie zum Beispiel Hagel.
Verbesserung der Biodiversität und CO₂-Bindung
Durch die Flachdachbegrünung wird die Biodiversität verbessert, da ein zusätzlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen wird.
Ausserdem binden die Pflanzen auf dem begrünten Flachdach CO₂ und leisten damit einen Beitrag gegen den Klimawandel.
Flachdach begrünen - Nachteile
Jemand, der ein Flachdach begrünen möchte, hat aber auch einige Nachteile in Kauf zu nehmen, auf die wir nachfolgend eingehen.
Vor dem Flachdach-Begrünen Statik abzuklären
Wenn man das Flachdach begrünen will, muss man zunächst abklären, ob die Statik dafür ausreicht. Die Belastbarkeit des Daches muss der beabsichtigten Nutzung entsprechen.
Höhere Anschaffungskosten
Eine Flachdachbegrünung bedeutet ausserdem höhere Anschaffungskosten. Dem stehen jedoch Einsparungen durch eine längere Lebensdauer des Daches gegenüber sowie Energieeinsparungen und eine bessere Leistung von Solarmodulen, sofern diese auf dem Dach installiert sind.
Pflegeaufwand
Ein weiterer Nachteil des Gründaches ist der Pflegeaufwand. Bei einer intensiven Flachdachbegrünung ist der Pflegeaufwand mit demjenigen für einen ebenerdigen Garten vergleichbar. Im Falle einer extensiven Flachdachbegrünung ist der Aufwand für die Pflege zwar geringer, dieser sollte aber auch dort nicht unterschätzt werden.
Es muss insbesondere regelmässig darauf geachtet werden, den unerwünschten Fremdbewuchs zu beseitigen, darunter Schilf, bestimmte Gehölze und diverse Bambusarten, invasive Neophyten und einheimische Pflanzen, welche die gewünschten Pflanzen verdrängen können.
Neben der Pflanzenpflege muss das Dach bei einer Flachdachbegrünung wie bei allen anderen Dächern auch regelmässig kontrolliert und gewartet werden.
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel «Dachkontrolle: Wie oft sollte die Dachwartung durchgeführt werden?».
Schäden an Dachhaut schwerer zu erkennen
Ein weiterer Nachteil der Flachdachbegrünung ist, dass Schäden an der Dachhaut schwerer zu erkennen sind. Denn die Dachhaut ist durch den Aufbau der Flachdachbegrünung verdeckt, unter anderem durch das Substrat und die Pflanzen.
Lesen Sie auch unseren Artikel «Flachdach abdichten Solothurn: Welche Möglichkeiten gibt es?».
Beratung zum Flachdach-Begrünen in Solothurn
Möchten Sie im Kanton Solothurn Ihr Flachdach begrünen, dann sollten Sie sich von Fachleuten für die Flachdachbegrünung beraten lassen. Gerne können Sie sich dazu an unsere Flachdach-Spezialisten der Solothurner Handwerkerfirma «Schneitter» wenden.
Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per E-Mail, um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag für die von Ihnen gewünschte Flachdachbegrünung zu erhalten oder um sich von uns beraten zu lassen, wie man Ihr Flachdach am besten begrünen kann, eventuell gleich in Kombination mit der Installation einer Solaranlage:
Unsere Telefonnummer: 032 618 38 48
Unsere E-Mail-Adresse: info@schneitter.ch
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Thema «Flachdach begrünen»
Gibt es eine Pflicht zur Flachdachbegrünung im Kanton Solothurn?
Eine für den ganzen Kanton Solothurn geltende Pflicht zur Flachdachbegrünung gibt es nicht. Aber es gibt Gemeinden, in denen es eine Pflicht gibt, Flachdächer bzw. bestimmte Flachdächer zu begrünen. So schreibt die Stadt Olten zum Beispiel im geltenden Zonenreglement vor, dass Flachdächer in Industriezonen grundsätzlich zu begrünen sind und in Gewerbezonen grundsätzlich extensiv zu begrünen sind.
Was ist eine Dränschicht?
Eine Dränschicht ist eine wasserdurchlässige Schicht, die Wasser sammelt und ableitet.
Kann man nur Flachdächer begrünen?
Nein, auch Steildächer können begrünt werden, aber dies geschieht seltener.
Was ist ein Substrat?
Allgemein gesprochen bedeutet Substrat die stoffliche Grundlage für etwas. Im Gartenbau meint man mit Substrat das Nährmedium, auf dem Pflanzen wachsen. Das kann Blumenerde sein, es kann aber auch Blähton, Rinde oder ein anderes Nährmedium sein.
Flachdach begrünen: Welche Pflanzen sollte man verwenden?
Die Pflanzen, die man auf dem Flachdach zum Begrünen verwenden sollte, hängen davon ab, ob es sich um eine intensive oder eine extensive Begrünung handelt, ob das Dach begehbar ist und davon, wie tief die Substratschicht ist, wie hoch die Tragfähigkeit des Daches und ob auch eine Solaranlage auf dem Dach installiert ist.
Im Allgemeinen sollte man stark wurzelnde sowie invasive Pflanzen vermeiden und die Blütezeiten der unterschiedlichen Pflanzen so abstimmen, dass die Insekten ein ganzjähriges Nahrungsangebot haben.
Ausserdem gibt es viele Gemeinden in der Schweiz, die vorschreiben, dass das Flachdach im Falle einer extensiven Begrünung mit einheimischen Pflanzen zu begrünen ist, teilweise sogar mit gebietsheimischen Arten.

Kommentare