Flachdach abdichten: Welche Möglichkeiten gibt es?
- 8. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Für das Flachdach-Abdichten gibt es verschiedene Möglichkeiten bzw. verschiedene Materialien, die sich unter anderem in der Art und der Geschwindigkeit der Verlegung, im Gewicht, in der Belastbarkeit, in der Entfernbarkeit und im Preis unterscheiden.
Im Folgenden stellen wir verschiedene gängige Optionen für die Abdichtung vom Flachdach vor und führen in einer Übersichtstabelle einige der entscheidenden Vor- und Nachteile der jeweiligen Flachdach-Abdichtung auf. Vor dem Verlegen der jeweiligen Abdichtung muss man durch einen Fachmann prüfen lassen, ob das Dach für die jeweilige Abdichtung geeignet ist und ob es das zusätzliche Gewicht tragen kann.
Bitumenbahnen
Das Flachdach-Abdichten mit Hilfe von Bitumenbahnen ist eine der günstigsten Abdichtungsmethoden von Flachdächern.
Aber was ist Bitumen überhaupt? Bitumen ist ein aus Erdöl gewonnenes klebriges Kohlenwasserstoff-Gemisch.
Bitumenbahnen bestehen jedoch nicht aus reinem Bitumen, sondern enthalten in der Regel nur auf der Ober- und Unterseite Bitumen. Dazwischen befindet sich meist ein Kunststoff- oder Glasvlies, manchmal auch Jute.
Im Grunde gibt es drei verschiedene Arten von Bitumenbahnen, je nach Befestigungsart. Die sogenannten Bitumenschweissbahnen werden mit Hilfe eines Gasbrenners auf der Unterseite nach und nach angeschmolzen und dann auf dem Dach ausgerollt, damit sie dort kleben bleiben. Die einzelnen Bahnen sollten sich an den Rändern überlappen.
Eine andere Variante funktioniert ohne Erhitzen. Stattdessen wird ein Bitumenkaltkleber auf dem Dach verteilt und die Bitumenbahnen dann darauf geklebt. Bei einer dritten Variante befindet sich der Kleber bereits auf den kaltselbstklebenden Bitumenbahnen.
Auf den verlegten Bitumenbahnen kann man auch eine Begrünung oder Kies aufbringen, sofern das jeweilige Bitumenbahn-Produkt und das jeweilige Dach dafür geeignet sind. In diesem Zusammenhang muss man ebenfalls von einem Fachmann prüfen lassen, ob die Dachkonstruktion das erhöhte Gewicht tragen kann.
Begrünung bzw. Kies sorgen zum einen für eine schönere Optik. Zum anderen werden die
Bitumenbahnen vor Wind und herabfallenden Gegenständen geschützt. Ausserdem wirken Kies und Begrünung temperaturregulierend.
Der Nachteil von Begrünung und Kies ist unter anderem, dass Schäden an der Dachhaut schwer zu erkennen sind. Kies lässt sich ausserdem schlecht pflegen, da sich Schmutz und Blätter zwischen dem Kies sammeln können, was sich auch auf die Abflussmöglichkeit vom Wasser auswirken kann. Bei der Begrünung kann man den Pflegeaufwand reduzieren, wenn man sich für eine sogenannte extensive Begrünung entscheidet, bei der man die Pflanzen weitestgehend sich selbst überlassen kann.
Lesen Sie auch unseren Artikel «Dachkontrolle: Wie oft sollte die Dachwartung durchgeführt werden?».
Kunststoffbahnen/Kunststofffolien
Ein anderes Material zum Abdichten von Flachdächern sind Kunststoffbahnen etwa aus
Polyvinylchlorid (PVC) oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) bzw. EPDM-Folien. Unter die Kunststoffbahnen wird zu deren Schutz noch ein Kunststoffvlies gelegt.
PVC-Kunststoffbahnen werden in der Regel miteinander verschweisst, während EPDM-Kunststoffbahnen in der Regel miteinander verklebt werden. Wird eine zusammenhängende EPDM-Folie verwendet, die für das ganze Dach ausreicht, ist kein Verkleben nötig.
Auf dem Dach werden die Kunststoffbahnen bzw. Kunststofffolien angeklebt. Alternativ kann man die Bahnen auch lose auf das Dach legen (also nur die Bahnen untereinander verbinden) und dann mit einer Auflast befestigen, indem eine Begrünung, Kies oder etwa Betonplatten auf die Folie drückt; allerdings muss man hier ebenfalls vorher abklären, ob das jeweilige Produkt und das jeweilige Dach für diese Auflasten geeignet ist.
Daneben gibt es noch zahlreiche andere Materialien, aus denen Kunststoffbahnen hergestellt werden: Ethylen-Copolimerisat-Bitumen (ECB), Polyisobutylen (PIB), Polyolefin-Legierungen (TPO/FPO), Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer (VAE/EVA), Chloriertes Polyethylen (PEC), Chlorsulfoniertes Polyethylen (CSM), Nitril-Kautschuk (NBR) oder etwa Butyl-Kautschuk (IIR).
Flüssigkunststoff
Eine weitere Möglichkeit zum Flachdach-Abdichten ist der Einsatz von Flüssigkunststoff, der zunächst auf das Dach gesprüht wird. Danach wird ein spezielles Kunstfaservlies zur Verstärkung darauf gelegt - auch Armierungsvlies genannt -, welches dann wiederum mit Flüssigkunststoff eingestrichen wird, bis es vollständig durchtränkt ist.
Die Vliesbahnen werden so verlegt, dass diese sich an den Seiten überlappen, damit keine Fugen entstehen. Es gibt übrigens auch Flüssigkunststoffe, die bereits Armierungsfasern enthalten.
Übersichtstabelle Flachdach-Abdichten nach Material
Material | Vorteile | Nachteile | ||
Bitumenbahnen |
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Kunststoffbahnen/ Kunststofffolien |
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Flüssigkunststoff |
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Kostenvoranschlag zum Flachdach-Abdichten
Fehler beim Flachdach-Abdichten können schwere Konsequenzen nach sich ziehen und teuer werden, etwa durch grosse Wasserschäden in den Innenräumen oder sogar durch Schäden an der Statik, wenn es zu Leckagen in der Abdichtung kommt. Daher ist es ratsam, ein Flachdach von Profis wie den Flachdach-Spezialisten der Solothurner Handwerkerfirma «Schneitter» abdichten zu lassen.
Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per E-Mail, um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag für die von Ihnen gewünschte Flachdachabdichtung zu erhalten oder um sich von uns beraten zu lassen, welches Abdichtungs-Material am besten für Ihr Dach geeignet ist:
Unsere Telefonnummer: 032 618 38 48
Unsere E-Mail-Adresse: info@schneitter.ch

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